EXPO 2035 FAQ
HISTORIE
Wer ist Initiator der EXPO-Idee?
Hinter der Idee steht der Verein Global Goals für Berlin e.V.. Gegründet im Oktober 2022 besteht er aktuell aus über 350 Mitgliedern und finanziert sich und seine Aktivitäten ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden.
Wer ist die EXPO 2035 Berlin GmbH?
Die EXPO 2035 Berlin GmbH wurde im Mai 2024 durch der Verein Global Goals für Berlin gegründet. Im Oktober 2025 wurde die EXPO-Beteiligungsgesellschaft gegründet, um der Privatwirtschaft eine Partizipation an der Bewerbung zu ermöglichen. Im selben Monat wurden auch erste Ideen eines EXPO-Konzepts veröffentlicht. Die EXPO GmbH dient als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft; sie bündelt Wissen und soll auf dem Weg zu einer EXPO-Bewerbung mit ihrem Knowhow unterstützen. Die EXPO 2035 Berlin GmbH ist derzeit keine öffentliche Einrichtung, sondern eine privat initiierte Projektgesellschaft. Sie versteht sich als Plattform, die Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenbringt und den Bewerbungsprozess fachlich vorbereitet.
Gibt es bei der EXPO-Bewerbung auch ein Gremium, das entscheidet wie das IOC?
Über die Vergabe der EXPO entscheidet das Bureau International des Expositions (BIE) mit Sitz in Paris. Die 184 Mitgliedsstaaten entscheiden mit zweidrittel Mehrheit (oder per Mehrheitsentscheid bei nur zwei Kandidaten) über die Vergabe der Weltausstellung.
BEWERBUNG
Warum wird jetzt schon über eine EXPO gesprochen?
Man kann sich auf eine Weltausstellung ab 9 Jahre vor Eröffnungsdatum bewerben. Am 01.05.2035 könnte die EXPO 2035 eröffnet werden, sodass man seit dem 01.05.2026 die Bewerbung einreichen kann. Sobald das erste Land seine Bewerbung eingereicht hat, haben potentielle Wettbewerber ca. 6 Monate Zeit, ihr Interesse zu bekunden. Eine Bewerbung für eine Weltausstellung benötigt mehrere Jahre Vorbereitung. Themenentwicklung, internationale Abstimmungen, politische Entscheidungen sowie die Entwicklung eines tragfähigen Konzepts benötigen ausreichend Vorlauf.
Wie ist der aktuelle Stand?
Die Länder Berlin und Brandenburg haben sich offiziell für die Ausrichtung der EXPO 2035 ausgesprochen. Der offizielle Prozess beginnt mit einem Prüfprozess der finanziellen Machbarkeit. Dieser Prozess wurde gestartet: Eine Steuerungsgruppe der Länder zusammen mit weiteren Akteuren arbeitet derzeit an einem Prüfbericht auf dessen Grundlage eine Entscheidung über eine mögliche Bewerbung der Metropolregion getroffen werden soll.
Wie läuft die Bewerbung generell?
Der erste Schritt, um den Prozess einer Bewerbung zu starten ist die Absichtserklärung (Letter of Intent) einer Landesregierung an den Bundeskanzler; diese soll zeitnah erfolgen. Der Bundeskanzler wiederum würde, nach Prüfung durch das BMWE (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), seinerseits eine Absichtserklärung beim BIE einreichen. Sofern Deutschland sich als erstes Land bewerben sollte, öffnet sich hiermit ein sechs-monatiges Zeitfenster für andere mögliche Bewerber. Dieses Fenster öffnet sich mit dem Eingang einer ersten Absichtserklärung beim BIE. Mit dem Letter of Intent wird noch keine endgültige Bewerbung abgegeben. Er eröffnet zunächst das internationale Bewerbungsverfahren.
Eine Entscheidung in welchem Land die Weltausstellung stattfinden soll, wird Ende 2027/Anfang 2028 getroffen werden.
(UN)WARHEITEN ÜBER DIE EXPO
Steht die Ausrichtung/Bewerbung einer EXPO 2035 in Konkurrenz mit Olympischen Spielen 36/40/44?
Nein, es besteht keine Konkurrenz zwischen den zwei möglichen Bewerbungen. Durch das Ausrichten zweier Großereignisse dieser Art können sogar Synergien erzeugt werden, von denen beide Veranstaltungen gegenseitig und langfristig die gesamte Region profitieren können. Ein prominentes Beispiel zweier Großveranstaltungen innerhalb kurzer Zeit in einer Region wären die Olympischen Spielen 2021 in Tokio mit der Expo 2025 in Osaka.
Was sagt die Berliner Bevölkerung?
Zwei Drittel der Berliner Bevölkerung stehen einer EXPO-Bewerbung positiv gegenüber. Dieses Ergebnis geht über Parteigrenzen hinaus; Wähler:innen aller im Berliner AGH vertretenen Parteien befürworten eine EXPO–Bewerbung.
Wir haben keinen Platz in Berlin für ein EXPO-Gelände!
Grundlegend sind drei Gelände vorhanden, die jeweils die Anforderungen an ein mögliches EXPO-Hauptgelände erfüllen würden: Das Gelände des ehemaligen Flughafen Tegel (ca. 133 ha), der CleanTechBusiness Park Marzahn (ca. 147 ha), sowie eine Fläche nord-östlich des BER (ca. 300 ha).
Derzeit ist eine Festlegung auf ein Hauptgelände jedoch nicht notwendig. Auch für eine Absichtserklärung auf Landes- oder Bundesebene ist dies nicht nötig.
Die EXPO darf doch kein dezentrales Konzept haben!
Doch, in den Statuten des BIE geht es um ein Hauptgelände. Die Idee der EXPO 2035 ist die Ausstellung zusätzlich zu diesem zu erweitern und die Weltausstellung in die gesamte Metropolregion zu bringen.
Wir haben doch keine Chance die EXPO-Bewerbung zu gewinnen!
Die Ausgangslage ist grundsätzlich positiv. Aktuell gibt es nur wenige bekannte Interessenten. Eine europäische Bewerbung hätte grundsätzlich gute Voraussetzungen. Nachdem die letzten drei Weltausstellungen (Dubai 2020, Osaka 2025, Riad 2035) an Länder des asiatischen Kontinents vergeben wurden, gelten Asien und der arabische Raum als unwahrscheinlich. Bisher gelten die USA mit Miami als einziger Bewerber. Über die Vergabe entscheidet jedoch ausschließlich das BIE anhand der eingereichten Bewerbung.
NUTZEN
Warum braucht Berlin überhaupt eine EXPO?
Die EXPO soll mehr sein als eine Ausstellung. Sie ist als gemeinsames Zukunftsprojekt gedacht, das Investitionen zusammenführt, neue Ideen sichtbar macht und Fortschritte in Mobilität, Wohnen, Energie, Digitalisierung und internationaler Zusammenarbeit vorantreibt.
Welche Chancen hat eine EXPO für Geländeentwicklung und Infrastruktur?
Eine EXPO bietet Chancen für die Entwicklung des Hauptgeländes verbunden mit einem vorher erarbeiteten Nachnutzungskonzept. Für die Anreise der 30 Mio. Besuchenden müsste außerdem die entsprechende Transportinfrastruktur geschaffen werden, von der die Berliner:innen im Nachhinein noch lange profitieren werden.
Welche Chancen hat eine EXPO für Sichtbarkeit, Mittel und Zusammenarbeit?
Eine EXPO erhöht die internationale Sichtbarkeit einer Stadt oder eines Landes stark, weil sie als Plattform für Innovation, Technologie und Außenwirkung dient. Gleichzeitig kann sie neue Mittel, Investitionen und Partnerschaften anziehen, da Großveranstaltungen oft als Signal für Zukunftsfähigkeit und politische Handlungsfähigkeit gelten; die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Forschung wird dabei häufig enger und stärker koordiniert.
FINANZIERUNG
Wie teuer ist die Bewerbung um eine EXPO?
Für die Bewerbungsphase rechnen wir mit Kosten in Höhen von 7,5 Mio. € (ein Drittel je aus der Privatwirtschaft, Bund sowie Land). Die Bewerbung selbst kostet 150.000 €, die bei Vergabe an einen anderen Bewerber erstattet werden.
Wie teuer ist der Betrieb der EXPO?
Nach den bisherigen Berechnungen von PwC ist ein wirtschaftlich ausgeglichener Betrieb grundsätzlich möglich. (2,1 Mrd. € Einnahmen vs. 2,1 Mrd. € Kosten). Die Bereitstellung der finanziellen Mittel könnte bei einer Bundesbürgschaft verbunden mit 50 Mio. € Eigenkapital über ein privates Bankenbündnis erfolgen. Alle Einnahmen aus der EXPO bleiben beim Ausrichter – es fällt lediglich eine Lizenzgebühr von 8% an das BIE.
Warum liegen die geplanten Einnahmen genau bei den erwarteten Ausgaben?
Als private Initiative ohne staatliche Unterstützung, besteht nicht die Möglichkeit mehr Geld auszugeben, als auch vorhanden ist. Entsprechend fallen Betriebskosten der EXPO nicht höher als die geplanten Einnahmen aus dem Betrieb aus.
Können wir uns die EXPO leisten?
Investitionen, die über den Betrieb der EXPO hinaus gehen, werden aus Bundesmitteln sowie Europäischen Mitteln finanziert. Hierunter fallen zum Beispiel die Geländeanbindung, der Wohnungsbau für das EXPO-Personal oder auch zusätzliche Sicherheitskosten. Infrastrukturinvestitionen erfolgen unabhängig von der EXPO häufig ohnehin über viele Jahre. Eine EXPO kann dazu beitragen, Projekte zeitlich vorzuziehen und zusätzliche Finanzierungsquellen zu erschließen.
TRANSFORMATION
Die EXPO ist doch wieder nur eines dieses Großevents, wo einige wenige Geld machen und alle anderen nichts davon haben!
Das Ausrichten einer EXPO hat viele Effekte, von denen alle profitieren können. PwC erwartet ein gesamtdeutsches Wirtschaftswachstum von 22 Mrd. € assoziiert mit der Weltausstellung. Durch die Weltausstellung in Osaka 2025 wurden 100.000 Arbeitsplätze geschaffen, viele Tausend davon permanent. Dasselbe würde auch bei einer Weltausstellung 2035 der Fall sein. Außerdem entstehen in der Metropolregion höhere Steuereinnahmen, von denen dann wiederum alle profitieren können.
Was bleibt nach der EXPO?
Ziel ist nicht die sechsmonatige Veranstaltung, sondern ihre langfristige Wirkung. Entscheidend sind dauerhaft nutzbare Infrastruktur, neue Quartiere, internationale Netzwerke, Innovationen sowie eine höhere Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion.
NACHHALTIGKEIT
Eine Weltausstellung ist kann doch nicht nachhaltig sein!
Keine internationale Großveranstaltung ist vollständig klimaneutral oder ohne Auswirkungen. Ziel ist es deshalb, die EXPO 2035 nach höchsten Nachhaltigkeitsstandards auszurichten und ihre positiven langfristigen Wirkungen deutlich größer werden zu lassen als ihre kurzfristigen Auswirkungen. Wir möchten die Metropolregion transformieren und das Ergebnis dieser Transformation auf der EXPO 2035 präsentieren.
Wie wird verhindert, dass nach der EXPO-Gebäude leer stehen?
Für alle dauerhaft errichteten Gebäude und Flächen soll bereits vor Baubeginn ein Nachnutzungskonzept vorliegen. Die EXPO dient damit als Beschleuniger einer langfristigen Stadtentwicklung und nicht als einmaliges Bauprojekt.